Preprint / Version 1

Statement „Flächenbrand im Nahen Osten: Zur Situation der Christinnen und Christen im Heiligen Land“ bei der Herbst- Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 25. September 2024 in Fulda

##article.authors##

  • Patriarch Pierbattista Pizzaballa, Lateinischer Patriarch von Jerusalem

##plugins.pubIds.doi.readerDisplayName##:

https://doi.org/10.48743/dkj.1123

##preprint.subject##:

Israel-Hamas-Krieg, Gewalt, Humanität, Verantwortung, Frieden, Interreligiöser Dialog, Abrahamitische Religionen

Zusammenfassung

Zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz 2024 war der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierrebattista Pizzaballa OFM, als Gastreferent eingeladen. In seinem längeren Statement vom 25. September 2024 analysierte er die politischen Umstände von Terror und Krieg und beschrieb die dramatischen Zerstörungen, die mit dem von der Hamas am 7. Oktober 2023 verübten Massaker und den darauffolgenden Kriegshandlungen Israels eingetreten sind. Die Menschen in Israel, im Gaza-Gebiet und Westjordanland seien in den Bann einer nachhaltigen Traumatisierung geraten. Die anfängliche Kooperation zwischen Palästinensern und Israelis sei eingebrochen und der zaghaft versuchte Dialog zwischen Juden, Muslimen und Christen zum Erliegen gekommen. Der Kardinal wies auf die Christen – nur noch knapp über 600.000 Menschen – hin, die in ihren Kirchen im Gazastreifen eingeschlossen seien. Alle Gruppen hätten sich in sich verkapselt, und ihnen fehlen Trinkwasser, Lebensmittel und Medikamente. Bilder in den Medien zeigen Blut, Zerstörung und Tod wie auch Äußerungen von Hass, Rache und Ressentiments. Es äußert sich eine tiefe Wunde für die Menschlichkeit. Der Konflikt sei kein zweitrangiges Thema im Leben der Kirche, sondern zu einem konstitutiven Bestandteil ihrer Identität geworden. In diesem Kontext werde in der Kirche darüber nachgedacht, wie die Christen als Gläubige in diesem Kontext leben können. Der Konflikt und seine Folgen betreffen das Leben aller Menschen und seien ein Bestandteil der christlichen Identität als Kirche. Alles, was die Christen sind und tun, habe direkt und indirekt mit dem Konflikt und seinen Folgen zu tun. Angesichts dieser Erfahrung wächst das Bewusstsein, dass auch die Religionen bei der Orientierung eine zentrale Rolle spielen müssen.

Downloads

Veröffentlicht

2024-09-25